Wie werde ich Freimaurer?

Der Weg in die Freimaurerei beginnt nicht mit einem Antrag, sondern mit einer Frage: Passe ich zur Freimaurerei – und passt die Freimaurerei zu mir? Diese Frage lässt sich selten an einem einzigen Abend beantworten. Deshalb verstehen wir das Kennenlernen als einen bewussten Prozess, der Zeit braucht.

01 Kontakt 02 Kennenlernen 03 Entscheidung 04 Gespräch 05 Ballotage 06 Bürge 07 Aufnahme

01 / DER ERSTE KONTAKT

Der erste Kontakt

Wer sich für die Freimaurerei interessiert und unsere Loge kennenlernen möchte, kann bei uns um eine Einladung zu einem Gästeabend bitten. Unser Bruder Schriftführer nimmt anschließend Kontakt auf. Je nach Situation erfolgt zunächst ein persönliches Telefongespräch oder direkt eine Einladung zu einem unserer geschlossenen Gästeabende. Mit diesem ersten Schritt beginnt die Zeit als Suchender.

02 / ZEIT ZUM KENNENLERNEN

Zeit zum Kennenlernen

Nach dem ersten Gästeabend sollte niemand das Gefühl haben, sich bereits entscheiden zu müssen. Vielleicht war der Abend interessant und man möchte wiederkommen. Vielleicht stellt man aber auch fest: Das ist nicht das Richtige für mich. Beides ist vollkommen in Ordnung. Wer weiter Interesse hat, besucht weitere Gästeabende, lernt die Brüder kennen, erlebt die Art unserer Gespräche und bekommt mit der Zeit ein immer besseres Gefühl dafür, was Freimaurerei im tatsächlichen Logenleben bedeutet. Üblicherweise dauert diese Zeit des gegenseitigen Kennenlernens etwa sechs bis zwölf Monate. Dabei lernen nicht nur die Suchenden unsere Loge kennen – auch wir lernen den Menschen hinter dem Interesse an der Freimaurerei kennen.

03 / DIE EIGENE ENTSCHEIDUNG

Die eigene Entscheidung

Irgendwann kann der Punkt kommen, an dem ein Suchender für sich feststellt: Ich möchte Freimaurer werden. Dieser Schritt muss von ihm selbst ausgehen. Die Loge und ihre Brüder werden einen Suchenden nicht dazu auffordern, einen Aufnahmeantrag zu stellen. Es gibt kein Drängen und keine Erwartungshaltung. Die Entscheidung muss aus eigener Überzeugung entstehen. Wer zu dem Schluss kommt, dass die Freimaurerei und unsere Loge der richtige Weg für ihn sind, kann aus eigener Initiative einen Aufnahmeantrag stellen.

04 / DAS PERSÖNLICHE GESPRÄCH

Das persönliche Gespräch

Nach Eingang des Aufnahmeantrags nehmen zwei Brüder der Loge Kontakt mit dem Kandidaten auf. Es folgt ein persönliches Gespräch, nach Möglichkeit gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner des Kandidaten. Freimaurerei ist zwar eine persönliche Entscheidung, sie beansprucht aber auch Zeit und wird zu einem Bestandteil des eigenen Lebens. Deshalb ist es uns wichtig, dass die Menschen im direkten persönlichen Umfeld wissen, was Freimaurerei bedeutet und die Entscheidung mittragen können. Eine Mitgliedschaft gegen den dauerhaften Widerstand der eigenen Familie oder Partnerschaft ist selten eine gute Grundlage. Deshalb gehört dieses offene Gespräch für uns zum gegenseitigen Kennenlernen dazu.

05 / DIE BALLOTAGE

Die Ballotage

Sind die Gespräche abgeschlossen, entscheidet die Loge über den Aufnahmeantrag. Dies geschieht im Rahmen einer Logenarbeit durch die Ballotage, eine traditionelle geheime Abstimmung.

Weiß bedeutet Zustimmung.

Schwarz bedeutet Ablehnung.

In unserer Loge führen ein oder zwei schwarze Kugeln noch nicht automatisch zu einer Ablehnung. Bei drei schwarzen Kugeln gilt der Aufnahmeantrag als abgelehnt. Auch dieser Schritt macht deutlich, dass eine Aufnahme nicht allein eine persönliche Entscheidung des Suchenden ist. Eine Loge ist eine Gemeinschaft – deshalb muss auch die Gemeinschaft bereit sein, einen neuen Bruder aufzunehmen.

06 / DER BÜRGE

Der Bürge

Fällt die Ballotage positiv aus, wird dem Kandidaten ein Bürge zur Seite gestellt. Häufig hat sich während der Monate als Suchender bereits eine engere Beziehung zu einem Bruder entwickelt. Auf Wunsch kann dieser Bruder die Bürgschaft übernehmen. Ist das nicht der Fall, wird ein geeigneter Bruder aus der Loge als Bürge benannt. Der Bürge begleitet den Kandidaten auf seinem weiteren Weg und steht ihm als persönlicher Ansprechpartner zur Seite.

07 / DIE LETZTE ENTSCHEIDUNG

Die letzte Entscheidung

Nach erfolgreichem Abschluss dieser Schritte erhält der Kandidat den Termin für seine mögliche Aufnahme. Doch selbst dann ist noch nichts unumkehrbar entschieden. Am Tag seiner Aufnahme erhält der Kandidat noch einmal die Gelegenheit, sich ganz bewusst zu fragen: Ist dies wirklich der richtige Weg für mich? Er kann sich dafür entscheiden – oder dagegen. Denn auch an diesem Punkt gilt das, was den gesamten Weg bis hierhin bestimmt hat:

Freimaurerei beginnt mit einer freien Entscheidung.

Erst wenn der Kandidat diese Entscheidung aus eigener Überzeugung trifft, beginnt für ihn der Weg als Freimaurer.

ZU DEN DREI EHERNEN SÄULEN

Freimaurerei · Gemeinschaft · Reflexion